Der US-amerikanische Rüstungskonzern Raytheon (eine Tochtergesellschaft von RTX) hat einen Großauftrag zur Lieferung von PAC-2 GEM-T-Abfangraketen für die Patriot-Luftverteidigungssysteme unterzeichnet. Der Vertrag hat einen Wert von 3,7 Milliarden US-Dollar und soll die ukrainische Luftverteidigung angesichts akuter Munitionsknappheit stärken.
Laut offizieller Mitteilung des Unternehmens sieht der Vertrag Direktverkäufe vor, die eine schnellere Auffüllung der Raketenbestände für die Patriot-Systeme gewährleisten sollen, welche eine Schlüsselrolle beim Schutz des ukrainischen Luftraums spielen.
Ein wichtiger Bestandteil der Produktionslogistik ist ein neues Werk im deutschen Schrobenhausen. Das Werk wird vom Joint Venture Comlog betrieben, das von Raytheon und MBDA Deutschland gegründet wurde und die Erweiterung der europäischen Produktionskapazitäten ermöglicht.
Das Unternehmen betont, dass das Hauptziel des Abkommens die deutliche Steigerung der Produktion der kampferprobten Abfangraketen ist. Raytheon-Präsident Phil Jasper betonte, dass sich das Unternehmen auf den Ausbau der Produktion von GEM-T-Raketen konzentriert, um die weltweit steigende Nachfrage zu decken.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Produktionsverlagerung nach Europa. Dies stärkt die Lieferketten und verkürzt die Lieferzeiten für Waffen an Empfängerländer, darunter die Ukraine. Darüber hinaus investiert das Unternehmen aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage nach Luftverteidigungssystemen in den Ausbau der Produktionslinien.
Patriot-GEM-T-Raketen sind für die Bekämpfung einer Vielzahl von Luftzielen, einschließlich taktischer ballistischer Raketen, ausgelegt und gehören damit zu den Schlüsselelementen moderner Luftverteidigungssysteme. Diese Vielseitigkeit erhöht ihren strategischen Wert im Gefecht.
Die Raketenknappheit für Patriot-Systeme hat sich durch die Kampfhandlungen in der Ukraine und im Nahen Osten verschärft. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem Interview mit dem ZDF, sein Land stehe vor dem „schlimmsten Mangel“ an Luftverteidigungsausrüstung aller Zeiten. Der neue Vertrag wird daher als wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Lage gesehen.
Erwähnenswert ist auch, dass die NATO-Agentur NSPA Anfang 2024 einen Vertrag mit Comlog über die Lieferung von 1.000 Patriot-Raketen im Wert von rund 5,6 Milliarden US-Dollar unterzeichnete. Dies deutet auf eine massive Ausweitung der Produktion und Aufrüstung der Verbündeten als Reaktion auf wachsende globale Sicherheitsherausforderungen hin.
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