Die moderne Medizin hat große Fortschritte bei der Verhinderung von Transplantatabstoßung erzielt. Früher konnte das Problem erst erkannt werden, nachdem das transplantierte Organ schlecht funktionierte, was oft auf eine schwere Schädigung hindeutete. Wissenschaftler schlagen nun eine Methode vor, die die Früherkennung von Abstoßungszeichen mithilfe eines einfachen Bluttests ermöglicht.
Traditionell wurde zur Überprüfung des Zustands eines transplantierten Organs eine kleine Gewebeprobe entnommen und auf Abstoßungszeichen untersucht. Dieser Ansatz hatte seine Grenzen, da Organschäden bereits eingetreten sein konnten. Der neue Test konzentriert sich auf den Nachweis von Proteinen, die an der Entzündungsreaktion des Körpers auf die Abstoßung beteiligt sind, und ermöglicht Ärzten so ein früheres Eingreifen.
Atul Butt von der Stanford University nutzte Daten zu molekularen Veränderungen im Körper von Patienten. Er überwachte die mRNA-Konzentration – Moleküle, die Zellen zur Proteinsynthese anweisen. Durch die Analyse dieser Veränderungen konnte der Wissenschaftler Proteine identifizieren, deren Auftreten mit der Reaktion des Körpers auf das fremde Organ zusammenhängt.
Von den 45 potenziellen Markern wurden 10 ausgewählt, die im Blut nachweisbar sind. Drei dieser Parameter erwiesen sich jedoch als besonders aussagekräftig, da ihre Werte zu Beginn der Abstoßungsreaktion stark anstiegen. Diese Ergebnisse wurden anhand von Blutproben von 39 Nierentransplantierten und 63 Herztransplantierten bestätigt.
Die Technologie verspricht eine deutliche Verbesserung der Prognose für Patienten, insbesondere im ersten Jahr nach der Operation. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht rechtzeitige Anpassungen der Behandlung und reduziert das Risiko von Organschäden. Die Forscher schätzen, dass der Test bei etwa 40 % der Patienten schwere Komplikationen verhindern wird.
In den nächsten drei bis fünf Jahren plant der Wissenschaftler, den vollständig entwickelten Test der medizinischen Fachwelt vorzustellen. Diese Entdeckung könnte ein wichtiger Schritt hin zur personalisierten Medizin sein, in der der Zustand transplantierter Organe mit höchster Präzision und Sicherheit für die Patienten überwacht werden kann.
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