Während des Krieges ging die Zahl der Beschäftigten im ukrainischen Bergbau- und Hüttenwesen drastisch zurück. Waren zu Beginn des Krieges noch rund 122.000 Menschen in der Branche beschäftigt, so sind es heute nur noch etwa 62.000. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Beschäftigten somit fast halbiert.
Dies berichtete das Analysezentrum GMK Center unter Berufung auf ein Interview mit Serhij Bilenky, dem Vorsitzenden des Verbandes der Metallurgen der Ukraine.
Laut Bilenky setzte sich der Personalabbau in der Branche auch im Jahr 2025 fort. Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl in den Mitgliedsbetrieben des Verbandes sank von 66.000 auf 62.000. Er betonte, dass sich die Gesamtbelegschaft der Branche während des Krieges fast halbiert habe.
Einer der Hauptgründe für den Personalabbau war die Mobilmachung. Laut Branchenvertretern wurden 20 bis 30 % der Beschäftigten von Bergbau- und Hüttenbetrieben zum Wehrdienst in den ukrainischen Streitkräften eingezogen. Gleichzeitig erfordert die Ausbildung neuer Fachkräfte für die Hüttenindustrie eine lange Ausbildungszeit und praktische Erfahrung, was einen schnellen Personalersatz erschwert.
Bilenky merkte an, dass die Unternehmen zwar den Bedarf des Staates an Mobilisierung verstehen und unterstützen, in der Praxis aber oft schlichtweg niemanden haben, der die zum Militärdienst eingezogenen Mitarbeiter ersetzen kann. Daher ist der Personalmangel zu einem der größten Probleme für den stabilen Betrieb der Unternehmen in dieser Branche geworden.
Laut dem Ukrainischen Metallurgenverband liegt der durchschnittliche Personalmangel bei etwa 20 %. Dieser Mangel kann bereits als kritisch für die Aufrechterhaltung der Produktion angesehen werden, da Hütten- und Bergbaubetriebe eine erhebliche Anzahl hochqualifizierter Fachkräfte benötigen.
Ein wichtiger Mechanismus zur Bindung von Schlüsselkräften ist nach wie vor die Möglichkeit, die Einberufung durch das Reservistensystem zu verschieben. Dieses Instrument ermöglicht es den Unternehmen laut dem Verbandschef, die wichtigsten Fachkräfte in der Produktion zu halten.
Darüber hinaus arbeiten Industrieunternehmen aktiv mit Mitarbeitern zusammen, die den Status von Binnenvertriebenen erhalten haben. Die Unternehmen unterstützen diese Fachkräfte beim Umzug, der Wohnungssuche und der Eingewöhnung an einen neuen Arbeitsplatz. Dadurch konnte ein Teil des qualifizierten Personals von Unternehmen in vorübergehend besetzten Gebieten gehalten werden.
Gleichzeitig befinden sich einige große Bergbauunternehmen derzeit in einer Zwangspause. Dies betrifft insbesondere Ferrexpo sowie das Ingulets-Bergbau- und Aufbereitungswerk und das Eisenerzwerk Krywyj Rih.
Laut Bilenko arbeiteten Mitte 2024 fast 4.500 Menschen im Poltawa-Bergbau- und Aufbereitungswerk und etwa 3.700 Mitarbeiter im Ingulets-Bergbau- und Aufbereitungswerk. Gleichzeitig sind nicht alle Mitarbeiter derzeit vollständig arbeitslos, da bestimmte Prozesse zur Aufrechterhaltung des Betriebs noch durchgeführt werden müssen.
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