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  • Lesen verändert das Gehirn und beeinflusst andere Fähigkeiten

    Опубликовано: 2026-02-12 16:28:29

    Die Fähigkeit zu lesen, die für moderne Menschen scheinbar selbstverständlich ist, ist eine relativ junge kulturelle Errungenschaft und hat einen bedeutenden Einfluss auf die Gehirnfunktion. Forscher des französischen Nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (INSERM) haben herausgefunden, dass das Erlernen des Lesens kortikale Areale aktiviert, die zuvor für andere Fähigkeiten genutzt wurden. Dadurch verteilt das Gehirn Ressourcen um, um die neue, komplexe Aufgabe der Textverarbeitung zu bewältigen.

    Das Experiment zeigte, dass bei Menschen, die lesen können, die Aktivität im Kortex, der für die Erkennung von Gesichtern und komplexen Bildern zuständig ist, abnimmt. Dieser Effekt, bekannt als „Fähigkeitskonkurrenz“, deutet darauf hin, dass Lesen andere visuelle Fähigkeiten teilweise verdrängen kann. Die Studienautoren betonen jedoch, dass solche Veränderungen nicht negativ sind – das Gehirn passt sich einfach den neuen Anforderungen an und spezialisiert sich.

    Für die Studie rekrutierten die Wissenschaftler 63 Teilnehmer, darunter Analphabeten, Erwachsene und Kinder, die bereits lesen gelernt hatten. Die Probanden wurden mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Dabei wurden ihre Hirnreaktionen auf Bilder von Gesichtern, Objekten, gedrucktem Text, gesprochener Sprache und mathematischen Aufgaben analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass Lesen die visuellen und sprachlichen Bereiche des Gehirns, einschließlich der für die Sprachverarbeitung zuständigen linken Hemisphäre, signifikant umstrukturiert.

    Darüber hinaus wirkt sich das Lesenlernen positiv auf das Sprachverständnis aus. Die phonologischen Regionen des Temporallappens, die für die auditive Assoziationsverarbeitung verantwortlich sind, werden aktiviert. Dies erklärt, warum alphabetisierte Menschen Sprachlaute besser unterscheiden und verbale Anweisungen schneller verstehen können, obwohl einige Neuronen nun mit dem Lesen beschäftigt sind.

    Frühere Studien in Kolumbien und Großbritannien zeigten, dass das Lesenlernen im Erwachsenenalter die Hirnstruktur verändert und die Dichte der grauen und weißen Substanz in bestimmten Bereichen erhöht. Dies belegt die hohe Plastizität des Gehirns: Selbst nach der Kindheit passt sich seine Struktur neuen kognitiven Aufgaben an und verbessert so Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitungsfähigkeiten.

    Lesen fördert somit nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten, sondern restrukturiert auch das Gehirn und passt es an neue Aufgaben an. Es ist als Kommunikationskanal von vergleichbarer Bedeutung wie die Sprache, erfordert aber auch eine Umverteilung von Ressourcen, wodurch die Leistungsfähigkeit anderer visueller und kognitiver Fähigkeiten vorübergehend beeinträchtigt werden kann. Zukünftig wollen Wissenschaftler untersuchen, inwieweit diese Veränderungen die Wahrnehmung von Emotionen und sozialen Signalen beeinflussen.

    e-news.com.ua

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