Im Jahr 2026 könnten Unterhaltungselektronikgeräte deutlich teurer werden: Hersteller warnen vor steigenden Preisen für Smartphones und PCs aufgrund einer Speicherchip-Knappheit. Ursache ist der rasante Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI), der Produktionskapazitäten von der Fertigung von Komponenten für Massengeräte abzieht. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf Aussagen von Arm, Qualcomm und Samsung.
Laut Schätzungen von Technologiekonzernen hat der globale Wettlauf um den Aufbau von Rechenzentren für KI bereits zu einer Verknappung des für die Produktion von Smartphones, Laptops und anderer Unterhaltungselektronik benötigten Speichers geführt. Die Unternehmen betonen, dass sich die Situation rapide verschärft und die Folgen bald sowohl für Hersteller als auch für Endverbraucher spürbar sein werden.
Auf der CES in Las Vegas erklärte Arm-CEO René Haas, die aktuelle Speicherchip-Knappheit sei die gravierendste seit mindestens 20 Jahren. Samsung-Co-CEO T. M. Roh bezeichnete die Situation als „beispiellos“ und betonte, dass die Auswirkungen des Mangels auf die Elektronikpreise nahezu unvermeidlich seien.
Im vergangenen Jahr kündigten führende Technologiekonzerne – darunter Google, Amazon, Meta und OpenAI – Milliardeninvestitionen in den Bau von Rechenzentren zur Unterstützung fortschrittlicher KI-Modelle an. Diese Einrichtungen benötigen große Mengen an High-Bandwidth Memory (HBM) der nächsten Generation, was die Prioritäten in der gesamten Halbleiter-Lieferkette erheblich verändert hat.
Infolgedessen verlagern Speicherhersteller, allen voran Samsung, SK Hynix und das US-amerikanische Unternehmen Micron, ihre Produktionskapazitäten zunehmend auf HBM. Dies geschieht zulasten der Speicherproduktion für Smartphones und Laptops. Samsung erzielte im vierten Quartal einen dreistelligen operativen Gewinn, der maßgeblich auf HBM-Verkäufe zurückzuführen war, während Micron die Schließung seiner Consumer-Marke Crucial ankündigte und dies mit der stark gestiegenen Nachfrage aus KI-Rechenzentren begründete.
Qualcomm-Finanzchef Akash Palkhivala bezeichnete den Speichermarkt als „ziemlich dramatisch“ und erklärte, die Entwicklung werde von einigen wenigen großen Unternehmen angetrieben, die massiv in KI-Infrastruktur investieren. Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass der starke Preisanstieg bei Speicherchips, der Ende letzten Jahres einsetzte, die meisten Technologiehersteller in der ersten Hälfte des Jahres 2026 zu Preiserhöhungen zwingen wird. Dies könnte Android-Smartphones und Windows-PCs am härtesten treffen.
Eine Ausnahme bildet laut Experten Apple, das trotz der Auswirkungen von Zöllen und Lieferkettenunterbrechungen die Preise für seine neue iPhone-17-Reihe nicht erhöht hat. Die International Data Corporation (IDC) merkt zudem an, dass Apple und Samsung dank langfristiger Komponentenlieferverträge mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren besser in der Lage sind, den Preisdruck einzudämmen.
Gleichzeitig warnt IDC, dass der globale Smartphone-Markt im Jahr 2026 um 5,2 % schrumpfen könnte, sollte der Mangel an Speicherchips anhalten. Am stärksten betroffen wären in diesem Fall chinesische Hersteller im Niedrigpreissegment, die über eine geringere finanzielle Stabilität verfügen. Zusätzlicher Druck entsteht durch die schwierige wirtschaftliche Lage in den USA – vor dem Hintergrund von Zöllen, Inflation und steigender Arbeitslosigkeit sank das Verbrauchervertrauen Ende 2025 auf den niedrigsten Stand seit Juli 2022, was auch die Nachfrage nach teurer Elektronik dämpfen könnte.
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