Die internationale humanitäre Finanzierung der Ukraine ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Zum 26. Dezember dieses Jahres waren lediglich 51,8 % des humanitären Reaktionsplans finanziert, während der entsprechende Plan für 2024 zum 30. Dezember noch einen Deckungsgrad von 70 % aufwies.
Dies belegen Daten des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), die von der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zitiert werden. Trotz des anhaltenden humanitären Bedarfs sinkt das bereitgestellte Ressourcenvolumen somit kontinuierlich.
Diese Kürzung der Mittel erfolgte selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Gesamtbudget des humanitären Reaktionsplans für 2025 um fast 0,5 Milliarden US-Dollar bzw. 15,4 % reduziert wurde. Wurde der Bedarf im letzten Jahr auf 3,11 Milliarden US-Dollar geschätzt, so beläuft er sich in diesem Jahr auf 2,63 Milliarden US-Dollar.
Die Lage ist in einigen humanitären Programmen noch prekärer, da die Finanzierungssummen für 2025 trotz der geplanten Kürzungen nochmals deutlich gesunken sind. Dies erhöht die Risiken für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.
Insbesondere waren von den geplanten Mitteln des UNHCR für die Ukraine in Höhe von 803,4 Millionen US-Dollar bis zum 30. November nur 44 % gedeckt. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Deckungsgrad zum gleichen Stichtag bei 55 % mit einem Gesamtbudget von 993,3 Millionen US-Dollar.
Ein ähnlicher Trend zeigt sich im regionalen Plan des UNHCR zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Für 2025 waren 690,3 Millionen US-Dollar vorgesehen, wovon zum 30. September lediglich 32 % gedeckt waren, während der Deckungsgrad 2024 bei einem deutlich höheren Budget von 1,08 Milliarden US-Dollar 37 % erreichte.
OCHA betont, dass die drastische und plötzliche Kürzung der weltweiten humanitären Mittel weitreichende Folgen für nahezu alle Hilfsbereiche in der Ukraine hat. Laut den Ergebnissen der ersten drei Monate des Jahres 2025, in denen der humanitäre Hilfsplan in Höhe von 2,63 Milliarden US-Dollar nur zu 17 % finanziert war, waren humanitäre Organisationen gezwungen, wichtige Programme zu reduzieren oder vorübergehend auszusetzen.
Infolgedessen sind erhebliche Lücken in der Hilfeleistung in Schlüsselbereichen wie Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung, sozialer und rechtlicher Schutz der Bevölkerung sowie Bargeldhilfe entstanden, was die humanitäre Lage im Land weiter verschärft.
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