Der Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Innovation der Werchowna Rada hat die Initiative ergriffen, die Gehälter von Lehrkräften deutlich zu erhöhen. Das Parlamentsgremium forderte die Regierung und den Haushaltsausschuss auf, im Staatshaushalt 2026 die notwendigen Mittel bereitzustellen, um sicherzustellen, dass die Gehälter von Lehrkräften mindestens das Dreifache des Mindestlohns betragen.
Dieser Vorschlag wurde im Rahmen der Vorbereitung des Gesetzentwurfs „Über den Staatshaushalt der Ukraine für 2026“ für die zweite Lesung eingebracht. Der Bildungsausschuss betonte die Notwendigkeit eines systematischen Ansatzes zur Verbesserung der finanziellen Unterstützung von Lehrkräften, da das niedrige Gehaltsniveau weiterhin ein wesentlicher Faktor für die Abwanderung junger Fachkräfte aus dem Lehrerberuf ist.
Derzeit beträgt der Mindestlohn in der Ukraine 8.000 UAH. Im Haushaltsentwurf für 2026 schlägt die Regierung eine Erhöhung auf 8.647 UAH vor. Sollte die Initiative des Ausschusses umgesetzt werden, würde das Gehalt einer Lehrkraft demnach auf über 25.000 Hrywnja steigen.
Laut dem Vorsitzenden des Parlamentsausschusses, Serhij Babak, werden jährlich rund 13,5 Milliarden Hrywnja für die Umsetzung dieser Reform benötigt. Gleichzeitig fließen fast die Hälfte dieser Summe – 45 % – über Steuern und Gebühren zurück in den Staatshaushalt, sodass die tatsächliche zusätzliche Belastung der Staatsfinanzen lediglich 7,4 Milliarden Hrywnja beträgt. Dies entspricht nur 0,15 % des gesamten Staatshaushalts.
Babak betonte zudem, dass der Staat jährlich die Ausbildung von über 10.000 Studierenden in pädagogischen Fachrichtungen finanziert, in der Erwartung, dass diese später als Lehrer tätig werden. Aufgrund des niedrigen Gehaltsniveaus sind die meisten jungen Lehrer jedoch gezwungen, sich in anderen Bereichen nach Arbeit umzusehen. Seinen Angaben zufolge erhält ein junger Lehrer mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 18 Stunden derzeit lediglich 8.162 Hrywnja netto, davon 6.162 Hrywnja Grundgehalt und 2.000 Hrywnja Zulage.
Das Finanzministerium prüft derzeit gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft Möglichkeiten zur Erhöhung der Lehrergehälter. Wie die Ministerien betonten, haben die Verteidigungsausgaben und die Stabilität des Staatshaushalts angesichts des andauernden Krieges jedoch weiterhin höchste Priorität. Gleichzeitig wird den Lehrkräften eine stufenweise Erhöhung zugesagt: 30 % ab dem 1. Januar 2026 und weitere 20 % ab dem 1. September desselben Jahres.
Der Parlamentsausschuss fordert die Regierung daher auf, einen entscheidenden Schritt zur Wiederherstellung des Ansehens des Lehrerberufs zu unternehmen. Eine Anhebung der Gehälter auf das Dreifache des Mindestlohns könnte nicht nur einen Anreiz für junge Fachkräfte schaffen, im Beruf zu bleiben, sondern auch wesentlich zur Stärkung des ukrainischen Bildungssystems in der Zeit des Krieges und des Wiederaufbaus beitragen.
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