Die staatliche Steuerbehörde der Ukraine (STS) führt ein neues Steuerkontrollmodell ein, das den Druck auf Unternehmen verringern und die Arbeitseffizienz durch einen analytischen Ansatz steigern soll. Wie die Pressestelle der Behörde mitteilte, ging die Zahl der tatsächlichen Prüfungen im Oktober um 30 % und die der unangekündigten Dokumentenprüfungen um 15 % zurück.
Dies erklärte Serhij Lysejuk, stellvertretender Leiter der STS, auf dem Forum „TAX & BUSINESS TALKS – A2B FORUM“. Er betonte, dass das Hauptprinzip moderner Steuerpolitik „minimale Intervention, maximale Professionalität und Partnerschaft mit der Wirtschaft“ sei. Laut Lysejuk entsprechen diese Änderungen dem Kurs, der durch den Erlass des Präsidenten der Ukraine und den Beschluss des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates vorgegeben ist und darauf abzielt, den Verwaltungsaufwand für Unternehmer zu reduzieren.
Die STS geht schrittweise zu einem risikobasierten Ansatz über und konzentriert ihre Ressourcen auf Steuerzahler mit einem erhöhten Steuerrisiko. Dies ermöglicht nicht nur die Verhinderung von Verstößen, sondern auch die Vermeidung unnötiger Prüfungen ehrlicher Unternehmen und trägt somit zum Vertrauensaufbau zwischen Wirtschaft und Staat bei. Lyseyuk betonte, dass die Behörde bestrebt sei, „verständlich, effektiv und vertrauenswürdig“ zu werden.
Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz war die Einführung eines Dashboards zur Überwachung der Steuereinnahmen, das im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit dem Zentrum für Steuerpolitikforschung entwickelt wurde. Dank dieses Tools erhalten die Öffentlichkeit und staatliche Institutionen transparenten Zugang zu Daten über die Umsetzung der Einnahmenpläne, die Effizienz der Steuerverwaltung und die Haushaltsführung.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Reform war die Eröffnung eines Netzes von Steuerberatungsstellen in 20 Regionen der Ukraine. Diese Zentren beschäftigen 1.500 Spezialisten, die bereits über 16.000 Beratungen zu Steuern, dem elektronischen Steuerkonto und Verrechnungspreisen durchgeführt haben. Die Kundenzufriedenheit liegt bei 97 %, was auf eine positive Wahrnehmung der neuen Dienstleistungen des Staatlichen Steuerdienstes durch die Unternehmen hindeutet.
Ein weiterer Bereich der digitalen Transformation der Steuerkontrolle ist die elektronische Steuerprüfung (E-Audit). Derzeit nehmen 38 Steuerpflichtige an der Testphase teil und haben bereits 692 SAF-T-Dateien eingereicht. Laut Lyseyuk eröffnet die E-Audit eine „neue Ebene der Datenanalyse“, da sie die manuelle Informationsverarbeitung überflüssig macht und die Konzentration auf die Analyse risikobehafteter Transaktionen ermöglicht. Dies erhöht die Genauigkeit und Geschwindigkeit der Prüfungen.
Darüber hinaus betonte der stellvertretende Leiter des Staatlichen Steuerdienstes die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Steuerdienst, dem Büro für Wirtschaftssicherheit (BEB) und dem Staatlichen Zoll. Ein effektiver Datenaustausch zwischen diesen Institutionen ist entscheidend für die Bekämpfung von Schattenwirtschaft, Finanzbetrug und die Schaffung fairer Geschäftsbedingungen in der Ukraine.
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