Die Serienproduktion großkalibriger Munition hat in der Ukraine im Rahmen einer Lizenz des tschechischen Rüstungskonzerns Czechoslovak Group (CSG) begonnen. Projektpartner ist das ukrainische Unternehmen Ukrained Armored Equipment, das bereits Granaten für Panzer und Artilleriesysteme produziert, wie die CSG-Niederlassung in der Ukraine mitteilte.
Im Rahmen der Vereinbarung übertrug das tschechische Unternehmen die Lizenzdokumentation und die technologische Basis und liefert kritische Komponenten – insbesondere Treibladungen, Zünder und andere Schlüsselelemente der Munition. Dies ist das erste Mal, dass ein westliches Rüstungsunternehmen die Lokalisierung großkalibriger Granaten in der Ukraine organisiert.
Ursprünglich war die Gründung eines Joint Ventures geplant, dieses Modell wurde jedoch aufgrund von Schwierigkeiten mit den regulatorischen Anforderungen der ukrainischen Gesetzgebung und Problemen der Kompatibilität mit tschechischem Recht zugunsten eines Lizenzmodells verworfen. Da Ukrained Armored Equipment über die notwendigen Technologien verfügte und die Produktion schnell aufnehmen konnte, wurde das Lizenzmodell als optimal angesehen.
Im Rahmen der Lizenzvereinbarung wird Ukrainian Armored Vehicles Munition in den Kalibern 105 mm, 120 mm und 155 mm produzieren. Der Unternehmensleiter, Vladyslav Belbas, erläuterte die Produktionspläne: Im ersten Jahr sind bis zu 100.000 Granaten im Kaliber 155 mm und 50.000 Granaten im Kaliber 105 mm geplant, später soll die Kapazität verdoppelt werden. Zu Beginn wird etwa die Hälfte der Produktion lokal erfolgen, im Laufe der Zeit soll das Werk bis zu 80 % der gesamten vertraglich vereinbarten Munition selbst herstellen.
CSG wird weder an der Preisgestaltung noch an der Kundenauswahl beteiligt sein – alle wichtigen Entscheidungen liegen beim ukrainischen Partner. Die tschechische Unternehmensgruppe erhält ihre Vergütung in Form von Lizenzgebühren und durch die Lieferung von Komponenten. CSG betont die strategische Bedeutung des Abkommens: Der Verkauf der Lizenzen und der Technologietransfer schaffen die Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit, auch in der Nachkriegszeit.
Experten betonen, dass selbst wenn die Produktionsmengen in der Anfangsphase unter dem technischen Maximum liegen werden, der Projektstart an sich von großer Bedeutung für die Verteidigungsfähigkeit des Landes ist. Wie der Präsident des tschechischen Verbandes der Verteidigungsindustrie, Jiří Hynek, anmerkte: „Für die Ukraine entsprechen 150.000 großkalibrige Granaten fast dem Monatsverbrauch an der Front.“ Das Projekt bedeutet daher die Diversifizierung der Bezugsquellen und die Erhöhung der Unabhängigkeit.
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