Die Welt steht durch die Klimakrise vor neuen Herausforderungen: Die globale Erwärmung beschleunigt sich schneller als erwartet, und Korallenriffe, die etwa ein Viertel des Meereslebens beherbergen, werden nahezu unwiderruflich zerstört. Gleichzeitig entwickeln sich erneuerbare Energien positiv und übertreffen erstmals Kohle bei der Stromerzeugung.
160 Wissenschaftler aus aller Welt warnten im Bericht „Globale Kipppunkte“ vor kritischen Veränderungen. Das Dokument fasst die neuesten Forschungsergebnisse zusammen und bewertet die Punkte, an denen natürliche Systeme nicht mehr zurückkehren können. Der Bericht erschien wenige Wochen vor dem Klimagipfel COP30, der am Rande des Amazonas-Regenwalds in Brasilien stattfinden wird.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass tropische Wälder, einschließlich des Amazonas, vom Verschwinden bedroht sind, wenn die globale Durchschnittstemperatur 1,5 °C überschreitet. Das rasante Tempo der Abholzung könnte den Kipppunkt früher als erwartet herbeiführen. Es besteht zudem die Gefahr einer Störung der Atlantischen Meridionalen Zirkulation (AMOC), die für milde Winter in Nordeuropa sorgt.
Es gibt auch positive Trends, so Tim Lenton von der Universität Exeter, Hauptautor des Berichts. Insbesondere haben erneuerbare Energien erstmals Kohle bei der Stromerzeugung überholt und damit die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen, die den größten Einfluss auf den Klimawandel haben, verdeutlicht. „Wir haben noch Spielraum“, sagte er und betonte die Bedeutung proaktiver Maßnahmen zur Emissionsreduzierung.
Die globale Durchschnittstemperatur liegt bereits 1,3–1,4 °C über dem vorindustriellen Niveau. Die letzten zwei Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, und marine Hitzewellen haben 84 % der Korallenriffe geschädigt, wodurch sie sich verfärbten und absterben. Wissenschaftler sagen, die Welt müsse die Erwärmung auf 1 °C begrenzen, um die Ökosysteme wiederherzustellen.
Umweltschützer fordern die Länder auf, die Reduzierung der CO2-Emissionen zu beschleunigen und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu ergreifen. Pep Canadall vom Australian Centre for Climate Science CSIRO erklärte, die negativen Auswirkungen der globalen Erwärmung würden jedes Jahr an Ausmaß und Intensität zunehmen. Verzögerungen bei der Bekämpfung würden die Risiken für Ökosysteme und die Menschheit nur noch verschärfen.
Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die aktuellen Trends dringende und koordinierte globale Lösungen erfordern, um natürliche Systeme zu erhalten, kritische Schwellenwerte zu vermeiden und die Nachhaltigkeit des Lebens auf dem Planeten zu gewährleisten.
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